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Letzte Proben der Musikschule für Musical in Meppen

Die Proben für das Musical laufen bei der Musikschule Meppen auf Hochtouren. Foto: Heiner Harnack

 

Am Mittwoch, 11. Januar, feiert mit dem Musical „I love you, you’re perfect, now change“ eine Musical-Neuinszenierung der Musikschule des Emslandes Premiere im Theater Meppen. Wenige Tage zuvor sind Regisseurin und Choreografin Julia Felthaus und der musikalische Leiter Jason Weaver mit dem Ensemble zu den letzten Proben aus der Musikschule ins Theater gezogen.

Julia Felthaus sitzt ziemlich ruhig und entspannt in der ersten Reihe des Theaters, während Jason Weaver am Keyboard den musikalischen Takt aus dem Hintergrund der Bühne vorgibt. Dass es sich bei der Aufführung um eine Low-Budget-Version handelt, die aber hochprofessionell gespielt wird, kann man sehr schnell daran erkennen, dass die Darsteller auch als Bühnenbildner und Requisiteure mit Hand anlegen.

Obwohl das Stück insgesamt mehr als 50 verschiedene Charaktere zu bieten hat, werden diese von lediglich sechs Schauspielern verkörpert, was an sich schon eine Meisterleistung darstellt. Lynn Thater, Kai Rupek, Meike Roth, Kerstin Röttgers, Markus Bucher und Brian Lüken scheint es einige wenige Tage vor der Premiere aber immer noch sagenhaften Spaß zu bereiten, in Windeseile nicht nur in verschiedene Rollen, sondern auch noch in die passenden Kostüme zu schlüpfen. In einer Szene geben Markus Bucher und Kerstin Röttgers das typisch gelangweilte Ehepaar am Frühstückstisch, dass sich nach einigen Jahren nicht mehr allzu viel zu sagen hat. Julia Felthaus gefallen einige Kleinigkeiten noch nicht, die sie mit beiden auf der Bühne herauszuarbeiten versucht. Zwischendurch müssen die Darsteller und Jason Weaver schnell auf eine andere Szene umspringen, in der verschiedene Kandidaten in einer der heute typischen Castingshows des Kommerz-Fernsehens deutlich machen, dass nur noch Oberflächlichkeiten zählen, den Programmmachern aber hohe Quoten bescheren.

Hervorragend, wie die Truppe um Julia Felthaus die Lächerlichkeiten billig hergestellter TV-Programme dem Publikum präsentieren wird. Allerdings auch zum Nachdenken anregend, ob man als Zuschauer schon so abgestumpft ist, die tägliche Berieselung des Seichten völlig kritiklos über sich ergehen lassen zu müssen. In einer weiteren Szene mit dem Titel „Hengst und echt blond“ fehlt an diesem Abend leider Meike Roth, die beruflich verhindert ist.

Dass es trotz allen Probenstresses immer noch locker zugeht, beweist die von Akteur Brian Lüken an Julia Felthaus fast liebevoll hingehauchte Frage, ob sie denn nicht „die Blonde“ sein wolle. „Nein, möchte ich nicht“, kommt es von ihr zurück. „Wäre es nicht lustig, wenn wir eben auf ‚Autofahren‘ springen würden“, schlägt Felthaus dagegen vor, eine Szene vorzuziehen, die manch einen Zuschauer sicherlich an eine lange stressige Fahrt zum Treffen mit Freunden oder in den Urlaub erinnern dürfte.

Mehr Eindrücke der Proben vermittelt unsere Bildergalerie auf www.noz.de/meppen