Der stellvertretende Vorsitzende des Regionalausschusses „Jugend musiziert“ Lulzim Bucaliu bezeichnete in seiner Begrüßung die jungen Künstler als „Spitzenreiter der Kultur“ und zollte ihnen Respekt, dass sie sich dem Wettbewerb gestellt und der damit verbundenen Kritik ausgesetzt hätten. Er dankte der Sparkasse Emsland für ihr Sponsoring und den Kommunen für ihre Gutschein-Präsente für die Preisträger. Weiterhin würdigte er die unterstützende Arbeit der Eltern, des Landkreises und nicht zuletzt der Musikschule des Emslandes unter der Leitung von Martin Nieswandt. Zur Übergabe der Urkunden, Blumen und Preise begrüßte er außerdem auch den Kreisrat Martin Gerenkamp und die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Meppen Andrea Kötter.    

 

Bach zum Auftakt

 

Das abwechslungsreiche Programm wurde eröffnet vom siebenjährigen Hendrik Nießing am Flügel mit  dem C-Dur-Stück aus „Das Wohltemperierte Klavier“ von Bach, ein Werk, das in aufsteigender chromatischer Folge Präludien und Fugen in allen Dur- und Moll-Tonarten umfasst. Ohne auch nur einen Blick auf die Noten zu werfen, spielte der junge Pianist hoch konzentriert und strahlte bei aller Dynamik, die er in das Stück legte, entspannte Ruhe aus.

Ihm folgten die kaum älteren Zwillingsschwestern Mariia und Anastasiia Davydova – Mariia geradezu versunken in das zart und tupfend zu Gehör gebrachte „Altfranzösische Liedchen“ aus Tschaikowskys „Kinderalbum.“ Energisch in die Tasten greifend, mit tänzerischer Leichtigkeit und bis in die Fußspitzen sichtbarer konzentrierter Körperspannung schloss Anastasiia mit dem „Deutschen Tanz in C-Dur Allegretto“ von Mozart den Klavierteil des Konzerts ab.

In seinem Grußwort dankte Gerenkamp allen Unterstützern der musikalischen Förderung und berief sich auf Nietzsche mit: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ Im digital bestimmten Umfeld gäben der Übungseinsatz, das „Dranbleiben“  und die musikalische Leistung der Preisträger Zeugnis davon, dass Leistung durchaus noch in der „alten analogen Welt“ der Musik möglich sei. Die Kulturförderung der Musikschule sei ein wahrer Schatz. Immerhin führe sie über 8000 Kinder im Emsland und in der Grafschaft an die Musik heran.

Der Mittelteil des sonntäglichen Konzerts war den Streichern zugedacht.

Anschließend übergaben Kötter, Gerenkamp, Rosen, Nieswandt und Bucaliu 55 Preise und Urkunden an die 50 Preisträger. Simeon Velinski, ebenfalls maßgeblich am Erfolg der musikalisch-pädagogischen Arbeit beteiligt, war erkrankt und konnte in diesem Jahr nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Mit kraftvollen Schlägen auf ihr siebenteiliges Instrument setzte Montje Kuhlmann als präzise Schlagzeugerin mit einem Solostück ihres Lehrers Ulrich Lonnemann einen markanten Schlusspunkt hinter die Gratulationen.

Im letzten Teil des Nachmittagskonzertes präsentierten die Bläser ihr Können. Madlena Riddering, Laura Hadam und Femke Clarietje Schlütken beeindruckten durch fröhliche Dynamik und gesanglich-gefühlvoll mit dem Adagio aus dem 6. Trio für 3 Flöten op. 5  von Kasper Kummer.

 

Feierliche Passagen

 

Nicht nur die Instrumente glänzten, als die Blechbläser Nikolai Malorny (Trompete) und  Wiebke Kuhlmann (Euphonium)  „Baroque ‚n‘ Brass“ von Eugene Anderson zum Strahlen brachten und sich einander feierliche Passagen und schnelle Läufe zuspielten. 

Mit der Nr. 5 aus den „Czernowitzer Skizzen“ des österreichischen Komponisten Alexander Kulkelka von  2004 fanden die vier Klarinettisten Rebekka Conen, Jacob Penniggers und Pascal Lake zusammen mit ihrem Lehrer Lulzim Bucaliu, der für die erkrankte Kirsten Klene einsprang, die spannungsvolle Balance zwischen klezmerhafter Sehnsucht und  tänzerisch-temperamentvoller Fröhlichkeit in Moll.

Damit vollendeten sie dieses Konzert voller vielversprechender Leistungen.

Quelle: Meppener Tagespost, den 14.02.2017