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Wöchentlich werden 8000 Menschen mit den Angeboten der Musikschule des Emslandes erreicht

An der Musikschule des Emslandes können Menschen jedes Alters und jedes musikalischen Interesses das richtige Angebot finden. Fotos: Musikschule Emsland

 

Zur Gründung des Landkreises Emsland im Jahr 1977 gab es bereits 30 Jahre lang eine „Musikschule des Emslandes“, welche im Jahr 1947 von Heinz Schäfer-Sandhage gegründet wurde und seit 1965 als „Musikschule des Emslandes e.V.“ in öffentlicher Trägerschaft geführt wird. So begleitete die Musikschule des Emslandes e. V. den Landkreis Emsland in seinen vier Jahrzehnten und entwickelte sich mit ihm.

Wurde sie in ihren Anfängen noch treffend mit dem Wort „Musikerziehungsstätte“ bezeichnet, würde man der heutigen Schule mit der Bezeichnung nicht mehr gerecht werden. Die Musikschule des Emslandes e.V. ist heute viel mehr.

Bereits seit dem Jahr 2000 haben wir mit der musikalischen Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung begonnen. Diese Arbeit ergänzt unseren Unterricht in allen Orchesterinstrumenten, dem Gesang, der Blockflöte, der Gitarre, dem Klavier und Ballett. Von Barock bis Hardrock musizieren wir in den unterschiedlichsten Formen und Genres. So haben wir für jeden Menschen jedes Alters und jedes musikalischen Interesses das richtige Angebot.

Schon im Alter von 18 Monaten beginnen die Kinder in unserer Musikschule ihren Weg des aktiven Muszierens. Vom „Musiziergarten“ über die musikalische Früherziehung erhalten die Kinder einen ersten Kontakt mit Tänzen, einfachen Instrumenten und der Notenschrift. Abgerundet wird der vorschulische Bereich der Musikschule durch die Vorstellung des Instrumentariums, welches die Kinder nicht selten ein Leben lang begleiten wird.

Als Musikschule des Emslandes wollen wir nicht mehr nur auf diejenigen warten, die den Weg zu uns finden. Wir wollen vielmehr aktiv dorthin gehen, wo die Kinder sind: in die Kindergärten und Schulen. Mit einem speziell für diesen Zweck entwickelten Programm singen und spielen wir auf diese Weise seit dem Jahr 2009 in einer stetig steigenden Zahl von Kindergärten und Kindertagesstätten. In der Grundschule findet dieser Kontakt zu den Kindern im Rahmen der vielen „Klassenmusizierangebote“, welche wir mit kooperierenden Grundschulen im gesamten Landkreis anbieten, dann vielfach seine Fortsetzung. Ergänzt wird dieses Engagement durch Angebote für Streich- oder auch Blasinstrumente an weiterführenden Schulen. Dieses Bekenntnis zur „Aufsuchenden Pädagogik“ zeigt Wirkung: Wir erreichen derzeit in jeder Schulwoche ungefähr 8000 Menschen mit unseren Musizierangeboten. Eine stattliche Zahl, auf die wir stolz sind!

Im Rahmen der „Studienvorbereitenden Abteilung“ (SVA) bereitet die Musikschule des Emslandes e.V. Jugendliche auch auf eine mögliche Berufsausbildung im Bereich der Musik vor. Der Zugang hierzu erfordert eine bestandene Prüfung nach den Richtlinien des Landes Niedersachsen. Im Rahmen des erklärten Ziels der Begabtenfindung und der Begabtenförderung ist darüber hinaus der jährlich stattfindende Wettbewerb „Jugend musiziert“ ein Schlüsseltermin für unsere Musikschule. Auch wenn dieser Wettbewerb keine reine Musikschulveranstaltung ist, so freuen wir uns sagen zu können, dass es im Emsland keine andere Institution gibt, die auf eine ähnlich erfolgreiche Teilnahme an diesem Wettbewerb verweisen könnte.

Die emsländischen Blasorchester, -vereine und -kapellen bilden das Rückgrat der Laienmusik in unserer Region. Daher stellt die strukturierte Arbeit mit den Trägern der Laienmusik schon seit Langem einen erheblichen Bestandteil der Musikschule des Emslandes e.V. dar.

Darüber hinaus treffen sich die engagiertesten Blasmusikerinnen und Blasmusiker des Emslandes einmal im Monat in der Musikschule in Meppen, um im „Emslandorchester“ auf einem musikalischen Niveau zu musizieren, welches in den heimatlichen Klangkörpern meist nicht möglich ist.

Eine erfolgreiche Vergangenheit und eine erfolgreiche Gegenwart bedeuten für die Musikschule des Emslandes e.V. aber nur eines: Sie sind für uns Auftrag und Ansporn für eine erfolgreiche Zukunft! Aufgaben und Themenfelder gibt es genug.

Neben der Demografie stellen uns auch gesellschaftliche Entwicklungen, die vielfach mit den Begriffen der „vernetzten Gesellschaft“ oder auch der „Generation Y“ beschrieben werden, vor weitere große Aufgaben. Dies alles wird getragen von der Idee, dass das Musizieren ein menschliches Urbedürfnis ist, welches als kulturelles Grundbedürfnis des Menschen zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft seinen unbedingten Platz hat.

von Martin Nieswandt

Quelle: Meppener Tagespost, im Oktober 2017