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Stipendiaten spielen mit der Musikschule

Musik für den Himmel – Yu-Po und das Sinfonieorchester der Musikschule des Emslandes beim Abschluss der Emsbürener Musiktage.
Vorzügliches Zusammenspiel – Anna Koch und das Sinfonieorchester der Musikschule des Emslandes. Fotos: Peter Löning


Die Emsbürener Musiktage feierlich zu beenden obliegt als vornehme Aufgabe seit geraumer Zeit dem Sinfonieorchester der Musikschule des Emslandes, so auch in diesem Jahr.

Den musikalischen Rahmen stecken dabei – auch das ist guter Brauch – die Stipendiaten der Meisterkurse aus dem Vorjahr. Ein Teil der Auszeichnung, die sie sich verdienten, ist ein Konzertauftritt als Solist mit dem Musikschulorchester. Für die Studenten ist dies eine gern ergriffene Chance, die sich spärlich bietet, vor allem, da sie auch noch das zu spielende Werk aussuchen dürfen.

Für die Emsbürener indes – und das ist für das hiesige Publikum ein wahrer Schatz – lässt sich auf diese Weise sehr schön die Entwicklung verfolgen, die jene Studenten in diesem einen Jahr durchlaufen. Und um es vorwegzunehmen: Ja, auch in diesem Jahr zeigten sich die Spieler des Preises durchaus würdig.

Die Werke an sich boten dabei keine Überraschungen. So ist Carl Maria von Webers Konzert für Fagott und Orchester in F-Dur (op. 75!) sicherlich ein Standardwerk für das Fagott. Für die 1996 geborene Solistin Anna Koch aus dem berühmten Weimarer Musikgymnasium aber ist es ein gutes Stück, ein vorzügliches Zusammenspiel mit dem Orchester virtuos und durchweg klangschön zu demonstrieren. Anna Koch studiert derzeit an der Musikhochschule in Würzburg.

Der sechs Jahre ältere Oboist Yu-Po bestritt den Großteil seiner Ausbildung in Taiwan und Hongkong, ehe er den Schritt nach Europa wagte. Auch er studiert jetzt in Würzburg. Von ihm gab es das Oboenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart (C-Dur, KV 314), ein himmlisches Stück Musik bei stark verschlankter Orchesterbesetzung. Sehr schön konnte er die Aufmerksamkeit auf sein Spiel lenken .

Großartiges Finale

Neben diesen zwei sehr schön präsentierten Solokonzerten hatte das Orchester noch weitere Werke mitgebracht. Eingangs Schuberts erste „Ouvertüre im italienischen Stil“, D-Dur D 590 von 1817. Sehr fragil zeigt sich eingangs das düstere und Unheil verheißende Adagio in absteigender Melodik, bald abgelöst von einer leichten, munteren Melodie im Allegro, die aber wenig „italienisch“ anmutet. Alles endet mit einem großartigen Finale.

Spannend und mutig zugleich endete das Programm mit einer Bearbeitung des kanadischen Trompeters, Komponisten und Arrangeurs Michel Rondeau. Er gab dem überaus berühmten „Toccata und Fuge d-Moll“ (BWV 565) von Johann Sebastian Bach – zugedacht war es der Orgel– einen üppig ausgestatteten Orchesterklang. Und wie sich zeigt, schafft er das mit viel Geschick sehr effektvoll.

Ein sehr lohnenswertes Konzert und ein würdiger Abschluss der Musiktage.

Autor: Peter Löning

Quelle: Lingener Tagespost, den 07.11.2017