Ein volles Haus, begeisterte Jubelstürme am Ende, große und kleine Lacher mittendrin und überzeugende darstellerische sowie sängerische Leistungen;

Verantwortlich für so viel Wohlbehagen sind ausnahmslos die Protagonisten des Abends, jene zehn jungen Darsteller sowie die ausgezeichnet agierende Musical-Band unter der musikalischen Leitung von Jason Weaver. Die Akteure brillieren mit großem schauspielerischen Einsatz und künstlerisch guter Ausbildung, in der von Regisseurin und Choreografin Julia Felthaus liebevoll in Szene gesetzten Geschichte.

Die Story, geschrieben von Sybille Pearson, ist schnell erzählt. Drei unterschiedliche Paare kämpfen mit den Tücken der zu erwartenden bzw. nicht zu erwartenden Elternfreuden. Die einen nämlich, Danny und Lizzie, zwei ineinander verliebte Studenten, erwarten ein Kind, wissen nur noch nicht so recht damit umzugehen.

Die Sakarians dagegen würden gerne einen kleinen Sprössling in den Arm nehmen, allein es will nicht klappen. Und schließlich sind da noch die MacNalleys, deren drei Kinder bereits ausgezogen sind. Statt die lang ersehnte Ruhe der Zweisamkeit genießen zu können, müssen sich Arlene und Alan mit der Frage beschäftigen, wie sie mit der unerwarteten, erneuten Schwangerschaft umgehen.

Dies alles birgt natürlich Stoff für gute oder weniger gute Gags, eine vergnügliche Prise Sexappeal, erfreulicherweise aber auch für Nachdenklichkeit und natürlich jene Melancholie, die Musicals der 1980er-Jahre so innewohnt. Und darin steckt auch der kleine Schwachpunkt des Abends. Man meint, die Songs irgendwie bereits hundertmal gehört zu haben. Sicher, die Partitur ist von David Shire clever und professionell komponiert, scheint aber beliebig austauschbar. Die Schwemme der Musicalproduktionen nicht nur der damaligen Zeit ist eben nicht gerade ein gutes Beispiel für große musikalische Kreativität. Ähnliches, wenn auch mitunter innovativer in Erscheinung tretend, trifft für die Gesangstexte von Richard Maltby Jr. zu.

Dass der Abend dennoch zu einem großen Vergnügen wird, ist, wie bereits erwähnt, das Verdienst der außerordentlich guten Leistungen der Darsteller und Musiker. Da sind die drei Frauenrollen, interpretiert von Katharina Bueren, Caren de Jong und Kerstin Röttgers, die allesamt schauspielerisch und künstlerisch auf hohem Niveau agieren. Besonders erwähnenswert sind dabei jene sängerischen Passagen, in denen statt großer und gewaltiger Stimme die leisen und zarten Töne gebraucht werden.

Ihre männlichen Kollegen, Brian Lüken, Jörn Tallen und Kai Rupek stehen ihnen da in nichts nach. Teilweise scheinen ihnen ihre Auftritte auf den Leib geschneidert, so amüsant und überzeugend wirken die drei. Die vielen „kleinen“ Rollen, immerhin 13 an der Zahl, werden von Katharina Wilming, Stina Meiners, Markus Bucher und Henning Kartzinski kurzweilig expliziert. Besonders ihre Ensemblegesänge sind von einer nicht zu verachtenden Güte.

Der bereits genannte Jason Weaver am E-Piano hält gemeinsam mit seinen Musikerkollegen, Julian Zwoch (E-Gitarre), Michael Bohn (Bass) und Simon Rickermann (Schlagzeug) die Partitur zusammen. Die vier sind stets präsent, immer nah bei den Sängern und bilden so jene musikalische Basis, die für eine gelungene Inszenierung Grundlage ist.

Quelle: Meppener Tagespost, den 15.01.2018