Der Vorsitzende des Regionalwettbewerbs Simeon Velinski begrüßte die jungen Künstler im Alter von 9 bis 18 Jahren. Velinski richtete seinen Dank nicht nur an Landkreis, Städte und Gemeinden sowie an die Sparkasse des Emslandes, sondern vor allem an die Eltern, die Lehrer und natürlich an die jungen Musiker selbst.

Für die Stadt Meppen waren die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Kötter, für den Landkreis der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp gekommen, für die Sparkasse Emsland Oliver Roosen. Die Stadt Meppen dankte ihren Siegern durch ein Theater-Abo, die Stadt Lingen in Form von Tickets für zwei Veranstaltungen im Theater an der Wilhelmshöhe. Musikschuldirektor Martin Nieswandt vervollständigte das kulturelle Paket mit Karten für das im März anstehende Konzert des Sinfonieorchesters des Emslandes.

 

Vielseitiges Engagement

 

Humorvoll setzte Gerenkamp zu seinem Grußwort an, indem er „versehentlich“ einen „alten Einkaufszettel“ statt seiner Moderationskärtchen aus der Tasche zog, um zu demonstrieren, wie wenig Bedeutung sich ereignenden Fehlern zuzumessen sei. Entscheidend sei, welche Motivation, Orientierung, das Vermitteln von Erfolgserlebnissen und welch hervorragende Leistungen der Musikschule zu verdanken seien.

In Zeiten von Downloads und Castingshows sei aktive „musikalische Bildung kein Luxus, sondern wichtiges Lebensmittel“. 55 Jahre Regionalwettbewerbe bewiesen generationsübergreifendes Kulturleben. Für Menschen, die so lange dabei seien, auch ohne später professionelle Musiker geworden zu sein, gelte es in einer älter werdenden Gesellschaft, auch im musikalischen Bereich Angebote 50 plus zu schaffen. An dieser Stelle wandte Gerenkamp sich direkt an den stellvertretenden Leiter der Musikschule Dirk Kummer, der sich gerade auf seinen Ruhestand vorbereitet, in der Hoffnung, ihn auch weiterhin im Sinfonieorchester zu sehen.

Auch Gerenkamp würdigte vielseitiges Engagement; Das Emsland sei „reich an hoffnungsvollen Talenten“. Dieses kreative Potenzial gelte es, zukunftsfähig zu fördern. Denn „wo die Sprache aufhört, da fängt die Musik an“ (E. T. A. Hoffmann).

 

Hoch konzentriert

 

Den konzertanten Teil der Veranstaltung leiteten die neunjährigen Zwillinge Mariia und Anastasia Davydova vierhändig am Flügel ein. Hoch konzentriert gaben sie der Sonatine op. 163 von Anton Diabelli ausstrahlende Ruhe. Nach einem Wechsel in der Stimmführung präsentierten sie, differenziert in der Phrasierung, kraftvoll und tänzerisch beschwingt zwei Walzer von Franz Schubert. Ihre wortlose Verständigung war nicht nur in der Synchronizität ihrer Finger zu beobachten, sondern auch im Mienenspiel der beiden. Einfühlsam verzauberte Liliane Arns mit sanften Gitarrenklängen beim Präludium D-Dur von Fritz Pilsl und beherrschte auch die Kunst der leisen Töne im Valse e-Moll von Bartolomé Calatayud, in dem sie eins mit ihrem Instrument wurde.

Perfektes Zusammenspiel zeichnete Sophia Quaing und Cornelia Hahn beim Andantino der Sonata Nr. 1 von James Hook aus – aufmerksam begleitend gab Hahn dem Klavier musikalische Gleichberechtigung, während Quaing strahlende Trompetenklänge weit in den Raum transportierte.

Einen ebenso gelungenen instrumentalen Dialog erlebten die Zuhörer bei Danza, danza von Francesco Durante, als sich Marietta Schneiders Saxofon mit sanften Tönen ins Ohr schmeichelte, professionell getragen von Tia Sommers lebendigen Läufen auf der Tastatur des Flügels. Brillante Tonkaskaden und lyrische Filigranität zeichneten das reife Querflötenspiel von Femke Clarietje Schlütken in der Hamburger Sonate von C. Ph. E. Bach aus, einfühlend begleitet von Simone Bierlink.

Den Abschluss dieses eindrucksvollen Musikerlebens gestaltete Anna Büter mit ihrer Blockflöte. Gesanglich strahlend, gestaltete sie die barocken Umspielungen und umschmeichelnden Verzierungen des Adagio der Sonate von Francesco Barsanti klar und präzise, und mit unangestrengtem Ton ergänzte sie rhythmisch erfrischend und mit bemerkenswerter Fingerfertigkeit das Allegro. Auf dem zarten Klangteppich, den Francien Janse-Balzer als erfahrene Musikerin ihr ausbreitete, zeigte sie, welche Kraft aus „heiterem Musizieren“ hervorgeht.

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Quelle: Meppener Tagespost, den 13.02.2018