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Jugendtheater an der Anne-Frank-Schule thematisiert Neue Medien

„Fake“ mit Manuela Weirauch und Tim Engemann begeisterte die Schüler der Anne-Frank-Schule. Foto: Anne-Frank-Schule

 

„Seid ihr wirklich ein Paar?“, fragte der 13-Jährige am Ende der Theater-Aufführung in der Aula der Meppener Musikschule die beiden Protagonisten des Stückes, Manuela Weirauch und Tim Engemann. Eine Frage, die so nicht unmittelbar zu erwarten war, die aber die Identifikation der jungen Zuschauer mit dem Stück „Fake“ bewies.

Das Berliner Jugendtheater führte das Stück im Rahmen der Projekttage „Soziales Leben“ für die 7. und 8. Jahrgangsstufe der Anne-Frank-Schule auf. Im Gespräch mit den Schülern wollten die Darsteller von den Anne-Frank-Schülern erfahren: Wie hätte die Eskalation verhindert werden können? Wer hätte an welchem Punkt eingreifen können? Das Ziel der jungen Theatermacher: die Schüler für kompetenten Umgang mit den Neuen Medien zu sensibilisieren und die eigene Anfälligkeit gegenüber Manipulation und die potenzielle Gefahr des Internets zu erkennen. Viele gute Beiträge der Schüler bewiesen, dass der Zauber der Theater-Inszenierung die Jugendlichen erreichte.

Ein wesentlicher Teil des Stückkonzeptes ist, dass sich die Berliner Darsteller im Anschluss an die letzte Spielszene an ihr Publikum wenden und so in eine erste Nachbereitung des Stückes überleiten. Beide Darsteller schlüpfen im Verlauf des Stückes in mehrere Rollen, überdies agieren sie als Erzähler der Geschichte um die junge Frau Lea: Die 17-Jährige träumt davon, Sängerin zu werden. Als sie schließlich von einer Casting-Agentur aufgenommen wird, weckt das den Neid ihrer Mitschülerin, Leas vermeintlich bester Freundin. Sticheleien und Ausgrenzungen beginnen in der Schule, schließlich weiten sich echte Mobbing-Attacken auch über Facebook und Whatsapp aus. Was als „Zickenkrieg“ beginnt, nimmt ungeahnte Ausmaße an. Drohungen, Beleidigungen und anonyme Anrufe treiben das Mädchen in eine ausweglose Situation.

Beeindruckt hat das moderne Stück nicht nur die Schüler. So betont Anna Gebken, Jahrgangsleiterin an der Anne-Frank-Schule, dass sich die Jugendlichen auf ein gutes Beratungsangebot an ihrer Schule verlassen können. Sozialarbeiterin, Beratungslehrer sowie Klassenlehrer seien für das Thema sensibilisiert.

 

Quelle: Meppener Tagespost, den 02.02.2019