Sie sind hier: Start / News / Jazzabend des Haselünner Heimatvereins vor Rekordkulisse

Wehmut schwebt über dem Dorfanger

Nach über 40jähriger Tätigkeit als Musiklehrer an der Musikschule des Emslandes und über zwei Jahrzehnte langer Leitung der Dixieland Combo und der Big Band Haselünne gibt Paul Verheyen die Leitung der beiden Ensembles ab. Foto: Martin Reinholz

 

Vor einer Rekordkulisse von etwa 200 Besuchern hat der Heimatverein Haselünne auf der Freilicht- und Heimatmuseumsanlage an der Lingener Straße den alljährlichen Jazzabend veranstaltet. Der stimmungs- und schwungvolle Abend wurde zu einem Abschiedskonzert des Musik-Urgesteins Paul Verheyen.

„Vollblutmusiker“, „Musikalischer Tausendsassa“, „Allroundmusiker“ sind nur einige wenige Titel, die auf den gebürtigen Kevelaerer Verheyen zutreffen, der über 40 Jahre an der Musikschule des Emslandes unterrichtete. In seiner Zeit als Musiklehrer gründete Verheyen den Spielkreis Haselünne, den er bis 2017 leitete, sowie die Big Band und die Dixieland-Combo Haselünne, die den Jazzabend im Innenhof des Heimathaus-Ensembles gestalteten. Dabei trafen die Musiker wieder den Geschmack der Besucher, die zahlreich gekommen waren. Immer wieder mussten die Verantwortlichen des Heimatvereins Stühle heranholen, um den etwa 200 Musikfreunde Sitzplätze bieten zu können.


Etwa 200 Besucher kamen zum Jazzabend auf dem Dorfanger im Freilicht- und Heimatmuseums des Heimatvereins Haselünne an der Lingener Straße. Foto: Martin Reinholz

 

Nach über zwei Jahrzehnten möchte Paul Verheyen nun die Leitung der Dixieland Combo und der Big Band abgeben, bekundete der 81-jährige Musiker. Die Zukunft beider erfolgreicher Haselünner Ensembles sei daher noch ungewiss, so Verheyen. Dabei gebe es in Haselünne durchaus „mögliche potenzielle Nachfolger“.

So schwebte auch ein Hauch Wehmut über den Haselünner Dorfanger bei den Heimathäusern. „Immer wieder ein toller Abend“, bekundete eine Besucherin, die schon seit mehreren Jahren den Jazzabend besucht. „Ein toller Abend“, bekundete eine Besucherin aus Herzlake, die erstmalig dabei war. Viele Besucher äußerten die Hoffnung, dass es „doch irgendwie weitergeht“ und der Jazzabend auch im nächsten Jahr Bestandteil des Jahresprogramms des Haselünner Heimatvereins wird.

 

Die Dixieland Combo Haselünne der Musikschule des Emslandes. Foto: Reinholz

 

„Das ist die bislang größte Zahl an Besuchern, die wir hier hatten“, beschreibt Vorstandsmitglied Hans-Jörg Meyer die „Rekordkulisse“ und muss auch schon wieder weiter, um mit Vorstandskollege Stephan Többen Nachschub an Getränken zu holen. Bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen gab es für die Gäste frisch gebackenen Zwiebelkuchen und selbst gebackenes Brot mit Griebenschmalz, wahlweise mit Salz und Pfeffer oder Kräutern. Das Brot und der Zwiebelkuchen wurden direkt im Backhaus der Freilichtmuseumsanlage zubereitet und gebacken.

Bernd Konen, verantwortliches Vorstandsmitglied des Heimatvereins für den Jazzabend, wies bei der Begrüßung darauf hin, dass der Jazzabend bereits zum 22. Mal im Innenhof der Museumsanlage stattfinde. Konen dankte Verheyen und den Musikern für die jahrzehntelange musikalische Gestaltung der „ganz besonderen Veranstaltung“ des Heimatvereins. Er überreichte Verheyen als Dank einen prall gefüllten Korb mit erlesenen Weinen.

Die Mitglieder der Dixieland-Combo und der Big Band Haselünne, Thomas Rosche und Oliver Schwarz, schlossen sich dem Dank gegenüber Verheyen an und schenkten ihrem musikalischen Leiter zum Abschied eine „Trompeten-Stehlampe“. Auf Nachfragen Konens erklärte Paul Verheyen schließlich, „wir sehen uns nächstes Jahr wieder, zumindest als Gast, mal sehen…“.

Von Jazz bis Pop

Sowohl das zur Einleitung spielende Sextett, die Dixieland-Combo als auch die Big Band wussten die Gäste mit einem bunten Mix an Kompositionen zu unterhalten. Die musikalischen Leistungen waren auch insofern bemerkenswert, da die Gruppen seit über einem Jahr nicht gemeinsam musiziert haben, bemerkte Verheyen. „Jeder der Musiker hat mir aber schriftlich erklärt, dass sie neben ihres Studiums oder das Berufsleben täglich fleißig üben“, schmunzelte er gegenüber dem Publikum, das er als das „beste Publikum der Welt“ bezeichnete.

Die begeisterten Gäste sparten nicht mit Applaus. Immer wieder gab es auch zwischendurch Szenenbeifall für Solo-Einlagen. Neben Jazz-Kompositionen und bekannten Songs der Popmusik gab es auch Klassiker wie „New York, New York“ oder „Don`t Worry, Be Happy“, „Ice Cream“, „In The Mood“, „Fly Me To The Moon“ und „Spinning Wheel“.

Das musikalisch abwechslungsreiche Programm erstreckte sich über mehr als drei Stunden. Den Musikern war zum Abschluss die Anstrengung ob der musikalischen Leistungen anzusehen. Trotzdem erschallte noch bis kurz vor Mitternacht der Klang einer Posaune durch den Innenhof der Haselünner Heimathäuser.

 

Quelle: Meppener Tagespost, den 03.09.2019