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Vielseitiges Musikschulkonzert im Lingener Theatersaal

Die Musikschule des Emslandes präsentierte im Lingener Theater Klangkünstler im Advent, darunter das Streichquartett (v. l.) Linus Hammer, Lina Sandschulte, Sebastian Ricke, Angelina Dederer. Foto: Sebastian von Melle


Die Musikschule des Emslandes präsentierte im Lingener Theater ihre „Klangkünstler im Advent“ und erntete am Ende, wen wundert es, einen satten Applaus im Stehen.

In seinem Grußwort dankte der stellvertretende Leiter Franz Schulte-Huermann den beiden Initiatoren des Nachmittags, René Esser und Wanja Brinkmann, sowie der Stadt Lingen und der Theatertechnik für die Unterstützung. Schade, dass die Musikschülerinnen und -schüler ihre Künste nur in einem halbvollen Saal zeigen konnten. Vielleicht lag das auch an dem parallel stattfindenden traditionellen Adventskonzert des Franziskusgymnasiums. Die Klangkünstler jedenfalls waren durchweg konzentriert bei der Sache und boten sehr unterschiedliche Musik auf teils sehr hohem Niveau. 

Intensives Zusammenspiel trotz Unterzahl

Den Beginn machten die „Symphonic Saxes“ unter der Leitung von René Esser mit „Es ist ein Ros entsprungen“ und dem schönen „Arsenal“ von Jan van der Roost. Das Jugendorchester Emsland (JoE) mit Wanja Brinkmann am Pult lieferte drei Stücke aus dem Weste(r)n: „The Good, The Bad and The Ugly“, „America“ und „Mission Impossible“. Nach diesem kräftigen Aufschlag brachte Peter Lönings Gitarrenensemble Ruhe ins Programm. Das Trio op. 26 von Leonhard von Call bot trotz krankheitsbedingter Unterzahl sehr intensives Zusammenspiel der Schüler Pascal Fenslage, Meta Frericks, Jan Michaelsen und Ole Witte mit ihrem Lehrer.

Das Gitarrenensemble (v. l.) Pascal Fenslage, Leiter Peter Löning, Meta Frericks, Jan Michaelsen, Ole Witte. Foto: Sebastian von Melle

Ansprechend und frech arrangiert

Montje Kuhlmann spielte souverän und auswendig den Solopart im 3. Satz des Cellokonzertes Nr. 4 op. 65 von Georg Goltermann. 

 

Solistin Montje Kuhlmann am Cello. Foto: Sebastian von Melle

 

Es folgten vier von Lloyd Conley ansprechend und frech arrangierte Christmas Carols mit den „Saxy Chants“ Augustinus Heile, Christoph von Ehrlich, Anne Schneider und Astrid Helming.

 

Klangkünstler im Advent, darunter das Saxofonquartett "Saxy Chants". Foto: Sebastian von Melle

 

Noch einmal trumpfte das JoE mit Programm-Musik: dem gezupften und gewischten „Plink Plank Plunk“ von Leroy Anderson und den von Johnnie Vinson arrangierten „Disney Film Favorites“.

Das Jugendorchester Emsland unter der Leitung von Wanja Brinkmann. Foto: Sebastian von Melle

Gänsehaut beim Streichquartett

Nach der Pause sorgte das von Felix Hammer einstudierte Streichensemble Linus Hammer, Lina Sandschulte, Sebastian Ricke und Angelina Dederer mit der Ballade „From a Distance“ wie auch dem ersten Satz aus Mozarts Streichquartett D-Dur KV 155 für Gänsehaut. Den Rest besorgte René Essers Taktstock: „Alcazar“ von Llano, Engelbert Humperdincks Abendsegen und den legendären Klassiker „Music“ von John Miles, durch das Publikum rhythmisch verstärkt. Reizvoll erklang auch Miguel Etchegoncelays „Petite Suite Alsacienne“, ein schönes musikalisches Elsass-Gemälde mit volkstümlichen Melodien, frei gemischt und in traditioneller A-B-A-Form gefertigt. Mal war nur das allererste Motiv zu hören, mal die komplette Weise mit einer kurzen Entwicklung. Alle Melodien vereinten sich am Ende des Werks zu einem brillanten Abschluss.

 

Charme-Offensive zum Abschluss

Die Hoffnung, am Ende der bunten Mischung das Publikum zu einem erstaunlich frommen Finale mit dem Orchester zu vereinen, ging nicht vollends auf. Den Choral „Näher, mein Gott, zu dir“ sang kaum jemand mit, obwohl der von Sarah Flower Adams geschriebene Text bereits im Programmheft abgedruckt war. Das Publikum hätte gerne noch einmal alle Klangkünstler gemeinsam beklatscht und räumte mangels einer echten Zugabe erst nach Essers Charme-Offensive den Saal.

Das Emslandorchester unter der Leitung von René Esser. Foto: Sebastian von Melle


Quelle: Lingener Tagespost, den 17.12.2019