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Neunjährige kann die Töne raushören

Die neunjährige Xuhe Theresa Gu spielt seit der ersten Klasse Klavier. Foto: Ina Wemhöner


Die neunjährige Xuhe Theresa Gu sitzt konzentriert am Klavier. Sie schließt ihre Augen, atmet tief durch und fängt an zu spielen. Sie spielt Leopold Mozarts Musikalische Schlittenfahrt. Ihre kleinen Finger fliegen nur so über die Tasten und als Zuhörer verliert man sich in ihrer Musik.

 

Die junge Emsländerin spielt seit der ersten Klasse Klavier. Zunächst übte sie nur mit ihrem Vater an einem Keyboard im eigenen Zuhause in Geeste. In den Notenbüchern habe sie sich über die Noten Zahlen geschrieben, damit sie wusste mit welchem Finger sie diese spielen muss. Die damals Sechsjährige wurde von Tag zu Tag besser und ihre Eltern meldeten Xuhe Theresa daraufhin in der Musikschule Emsland in Meppen an. 

 

Foto: Ina Wemhöner

 

Mit Hilfe ihrer Klavierlehrerin Catherine Böing machte die junge Geesterin weitere Fortschritte am Klavier und der Schwierigkeitsgrad der Stücke erhöhte sich. „Schon von Beginn an konnte Theresa die Töne raushören und die Stücke daraufhin auch schnell auswendig lernen,“ erzählt die Klavierlehrerin. Ob sie sogar ein absolutes Gehör hat, und die Höhe eines Tones bestimmen kann, wie einst Mozart und Bach es konnten, könne Böing nicht mit Sicherheit sagen. „Sie ist sehr fleißig und hat ein Gefühl für die Musik.“ Von einer Begabung spricht die 37-Jährige in den seltensten Fällen, da ihrer Ansicht nach der Fleiß und der Wille im Vordergrund bei den Schülern stehe. Die meisten Klavierschüler fangen zwischen dem fünfen und siebten Lebensjahr an zu spielen. Es sei leichter, in dem Alter die motorischen Fähigkeiten zu erlernen, so die Meppener Klavierlehrerin. Aber auch ältere Schüler können mit viel Fleiß und Geschick das Hobby später zum Beruf machen.  

Stücke von Beethoven, Bach und Mozart

Die Neunjährige übe jeden Tag mindestens eine Stunde, sagt sie. „Aber nicht, weil ich es muss, sondern weil ich es möchte.“ Mit ihrem 14-jährigen Bruder Vincent komponiere sie auch schon eigene Stücke, die sie gemeinsam vierhändig spielen. Mittlerweile hat sich die Familie auch ein Yamaha-Klavier zugelegt. Aus ihrem Haus in Dalum ertönen nun täglich die Stücke von Beethoven, Bach und Mozart.

 

Als zukünftige Pianistin sieht sich die Emsländerin nicht auf den Bühnen der großen Orchestersäle. „Ich möchte eigentlich gerne Hotelmanagerin werden.“ Neben dem Klavierspielen hat die ehrgeizige Neunjährige noch jede Menge weitere Hobbys. Ballett, Handball, chinesisches Schreiben und Schwimmkurse stehen jede Woche auf ihrem Programm. Bühnenluft konnte sie jedoch schon beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ schnuppern. Mit ihren Stücken musste die Neunjährige zwei musikalische Epochen abdecken und konnte die Jury mit ihrer schnellen Fingerfertigkeit überzeugen. 23 Punkte von insgesamt 25 Punkten erreichte sie. In der Altersgruppe ist sie jedoch noch zu jung für eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb.

Laut einer Studie über „Jugend musiziert“ ergreift die Hälfte der ehemaligen Teilnehmer des Wettbewerbes einen musikalischen Beruf – die andere Hälfte nicht. Zu welcher Hälfte Theresa gehört, wüsste sie noch nicht mit Sicherheit. Aber ihre musikalische Förderung wird auch Einfluss auf ihre persönliche Entwicklung haben, egal für welchen Beruf sie sich entscheidet.

Quelle: Meppener Tagespost, den 27.02.2020