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Acht Kostbarkeiten unterm Dach

Acht Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule des Emslandes gaben am 28. Februar 2020 ein Konzert auf hohem Niveau in Lingen, v.l.: Katharina Vest, Peter Löning, Viola Venschott-Bucaliu, Elisabeth Groth, Maria Haase, Julian Zwoch, Marcus Kretzer, Stefanie Löning. Foto: Sebastian von Melle

 

Etwa 60 Interessierte haben sich das Lehrerkonzert der Musikschule des Emslandes in Lingen angehört. Die Resonanz fiel durchweg positiv aus.

Die Moderation übernahm Katharina Vest. Foto: Sebastian von Melle

 

„Wer ist dein Lieblingskomponist?“ Diese Frage hatte Moderatorin Katharina Vest den sieben musizierenden Kolleginnen und Kollegen gestellt. Die Antworten waren meist künstlerisch mehrdeutig. Elisabeth Groth hat keinen bestimmten Favoriten. Für Peter Löning ist unter anderem Bachs Musik Medizin für Geist und Körper, während seine Ehefrau Stefanie Löning zur Antwort gab: „Frag mich lieber nach meinem Lieblingsstück, dem g-Moll-Klavierkonzert von Saint-Saëns.“ Die Initiative zu diesem Konzert sei übrigens von Lönings ausgegangen, so die Moderatorin.

Acht Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule des Emslandes gaben am 28. Februar 2020 ein von Peter und Stefanie Löning initiiertes Konzert auf hohem Niveau in Lingen. Foto: Sebastian von Melle

 

Julian Zwoch schwärmt für Mahler, Bach, Schubert und Beethoven, und auch seine Kollegin Viola Venschott-Bucaliu kann sich kaum für einen Komponisten entscheiden: „Wenn, dann alle mit B: Bach, Brahms, Beethoven, Bschostakowitsch, Btschaikowski...“ 

Flotte Tempi

Bei so vielen Vorschlägen fiel die Auswahl für das Programm sicher nicht leicht. Peter und Stefanie Löning wählten wie schon beim Konzert in der Trinitatiskirche zwei Wochen zuvor (wir berichteten) den „Gitarrenheini“ Ferdinando Carulli mit seinen „Variations de Beethoven“ op. 169 und dem „Grand Duo pour Piano et Guitare“ op. 86. Flotte Tempi und die Folgen einer Erkältung zwangen den Gitarristen zu einer kurzen Unterbrechung („Ich bin raus“), was den akzentuierten Gesamteindruck jedoch nicht schmälerte, zumal Lönings bei fast jedem Auftritt dieses Abends aktiv beteiligt waren.

 

Acht Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule des Emslandes, darunter Peter und Stefanie Löning, gaben am 28. Februar 2020 ein Konzert auf hohem Niveau in Lingen. Foto: Sebastian von Melle

 

Tosend fließendes Rauschen

Julian Zwoch entlockte seiner Gitarre Klänge gänzlich anderer Färbung, weich und rund. Besonders das einzige Solo, Zwochs Interpretation des englischen Volksliedes „Scarborough Fair“, geriet zu einer melancholisch-wohltuenden Betrachtung der Liebe und Sehnsucht. 

 

Acht Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule des Emslandes, darunter Julian Zwoch (l.) und Peter Löning, gaben am 28. Februar 2020 ein Konzert auf hohem Niveau in Lingen. Foto: Sebastian von Melle

 

Auch die Flötentöne konnten sich hören lassen. Elisabeth Groth (Querflöte) spielte makellos, begleitet von Stefanie Löning, „Introduction et rondo“ op. 98 des deutsch-dänischen Hofkompositeurs Friedrich Kuhlau. Einem Frühlingserwachen gleich erfüllte tosend fließendes Rauschen die Aula unterm Dach.

Acht Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule des Emslandes, darunter Elisabeth Groth (Flöte), begleitet von Stefanie Löning, gaben am 28. Februar 2020 ein Konzert auf hohem Niveau in Lingen. Foto: Sebastian von Melle

Ebenso erstklassig die spätbarocke a-Moll-Sonate op. 1 No. 4 von Georg Friedrich Händel. Peter Löning begleitete Maria Haase (Blockflöte) durch die vier Sätze voller Wärme und Leidenschaft.

Acht Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule des Emslandes, darunter Maria Haase (Blockflöte), begleitet von Peter Löning, gaben am 28. Februar 2020 ein Konzert auf hohem Niveau in Lingen. Foto: Sebastian von Melle

Sinnlicher Klang

Mit Viola Venschott-Bucaliu (Violoncello) betrat eine Künstlerin die Bühne, die in Lingen als zuverlässiges Ensemble-Mitglied bekannt ist. Hier gestaltete sie, wieder begleitet von Peter Löning, im polyphonen Stil Bachs die „Bachianas Brasileiras“ No. 5 von Heitor Villa-Lobos. Immer wieder hob sie ihre Augen nach oben, als suche sie im Raum den richtigen Klang, den sie zweifellos auch fand, sinnlich und schön.

Acht Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule des Emslandes, darunter Viola Venschott-Bucaliu (Cello), begleitet von Peter Löning, gaben am 28. Februar 2020 ein Konzert auf hohem Niveau in Lingen. Foto: Sebastian von Melle

Furioser Schlussakkord

Stefanie Löning und Marcus Kretzer setzten mit drei „Slawischen Tänzen“ von Antonín Dvořák für Klavier zu vier Händen einen furiosen Schlussakkord. Mal introvertiert, mal altertümlich, mal begeisternd, der böhmische Komponist verlangte dem Pianisten-Duo alles ab, bis hin zu den Taktwechseln und Hemiolen im Presto. Hier waren Profis am Werk, sodass der Schlussapplaus für alle Beteiligten nicht enden wollte.

Stefanie Löning und Marcus Kretzer beeindruckten mit Klavierstücken für vier Hände. Foto: Sebastian von Melle

Quelle: Lingener Tagespost, den 01.03.2020