Sie sind hier: Start / News / Nico Strüwing einer der besten Tuba-SpielerDeutschlands

Nica Strüwing übt täglich

Etwa ein Meter groß ist die B-Tuba, die Nico Strüwing derzeit spielt. Rechts im Bild sein Musiklehrer Franz Schulte-Huermann. Im Sommer wechselt der 16-Jährige zur weiteren Ausbildung zu einem Profi-Tubisten. Daniel Gonzalez-Tepper


Ein 16-Jähriger ist schon bundesweit erfolgreich: Der Emsländer Nico Strüwing gehört zu den besten Tuba-Spielern Deutschlands. Der Erfolg ist hart erarbeitet. Wir haben ihn zu Hause in Lähden besucht.

Zu einem Blechblasinstrument ist Nico Strüwing im Alter von acht Jahren aus ganz pragmatischen Gründen gekommen. „Bei einem Schnuppertag des Musikvereins Lähden hieß es, ein Posaune-Spieler wird noch gesucht“, blickt der heute 16-Jährige zurück. Er fand schnell Gefallen an dem Instrument, mit zehn Jahren folgte der Umstieg auf eine Tuba. Das tiefste Metallblasinstrument, einen stattlichen Meter hoch, wird auch das „Fundament eines jeden Orchesters“ genannt. „Es sieht einfach cool aus, und der Klang der Tuba ist außergewöhnlich“, findet Nico Strüwing.
An der Musikschule des Emslandes erkannte man schnell das außergewöhnliche Talent des Lähdeners. Der stellvertretende Direktor Franz Schulte-Huermann, Fachmann für Blechblasinstrumente, nahm sich seiner an. „Nico bringt viel Talent mit. Aber ohne regelmäßiges Üben bringt auch das größte Talent nichts“, sagt der Musiklehrer. Täglich ein bis zwei Stunden übt der 16-Jährige seit etwa vier Jahren. „Dazu gezwungen werden muss er nicht, er macht es einfach gerne“, sagen die Eltern Simone und Thorsten. Für sie ist der Aufwand nicht gering: Eine gute Tuba kostet neu etwa 17 000 Euro, auch ein Mietgerät will bezahlt werden, hinzu kommen die Kosten für den Musikunterricht und die Fahrten dorthin oder zu den Auftritten.

 

Intensives Arbeiten

Vom Papa hat der Sohnemann womöglich das musikalische Talent und das Taktgefühl geerbt, er spielte nämlich fast 20 Jahre Gitarre in der Partyband Rainbow. „Nico aber fliegt die Musik viel mehr zu, ich musste mir das viel mehr erarbeiten“, wiegelt Thorsten Strüwing ab. Das intensive Arbeiten mit Franz Schulte-Huermann brachte jedenfalls schnell Erfolg: Seit 2019 spielt Nico Strüwing im niedersächsischen Landesjugendblasorchester, als einer von zweien aus dem Emsland, und seit 2020 sogar im Jugendsinfonieorchester. Und auch das ist harte Arbeit, denn die beiden Ensembles kommen ein- bis zweimal im Jahr in den Ferien in Wolfenbüttel zusammen, proben bis zu acht Tage am Stück bis zu sieben Stunden pro Tag, woran sich zwei Tage mit Aufführungen anschließen.
Sein bisher größter Erfolg hatte er aber vor wenigen Tagen: Dank erster Plätze beim Regional- und Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ durfte er am Bundeswettbewerb teilnehmen. Damit gehörte er bereits zu den neun besten Tuba-Spielern Deutschlands in seiner Altersklasse. Aber damit nicht genug: Er belegte am Ende Rang zwei mit 22 Wertungspunkten. „Einen Teilnehmer am Bundeswettbewerb hat die Musikschule des Emslandes nicht jeden Tag. Und dann noch eine Platzierung unter den besten drei, kommt nur alle paar Jahre vor“, sagt der stellvertretende Direktor. Seine Frau Monika hatte Nico Strüwing am Klavier begleitet.
Nun geht Nico Strüwing sogar einen Schritt weiter. In Neuenkirchen-Vörden im Landkreis Vechta nimmt er ab Sommer Unterricht bei einem Profi-Tubisten. Wenn er in drei Jahren das Abitur in der Tasche hat, könnte sich ein Musikstudium anschließen. „Aber fest steht das noch nicht“, betont Nico Strüwing, der trotz der knappen Freizeit noch regelmäßig Fußball beim SV Lähden spielt. Und auch fürs Kaninchenzüchten findet er Zeit, ist 2019 sogar deutscher Meister geworden.
Auf diesem Youtube-Video des Landesjugendblasorchester Niedersachsen vom Abschlusskonzert 2020 ist Nico Strüwing an der Tuba zu sehen, ab Minute 1:02:27 sogar mit einem kurzen Redebeitrag.

Quelle: Meppener Tagespost, den 19.06.2021 - Autor: Daniel Gonzalez-Tepper